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eVB-Nummer für Oldtimer — H-Kennzeichen & Spezial-Tarife

Lesezeit 5 Min. | aktualisiert am 29.04.2026

H-Kennzeichen — was bringt das?

Das H-Kennzeichen (H für „historisch") wurde 1997 eingeführt und ist die offizielle Zulassung für Oldtimer in Deutschland. Es bringt zwei zentrale Vorteile gegenüber der regulären Zulassung:

  • Pauschale Kfz-Steuer: 191,73 € / Jahr (PKW) bzw. 46,02 € (Motorrad) — unabhängig von Hubraum und Schadstoffklasse
  • Befreiung von Umweltzonen-Beschränkungen: H-Kennzeichen-Fahrzeuge dürfen ohne grüne Plakette in Umweltzonen einfahren

Außerdem honorieren viele Versicherer Oldtimer mit speziellen Liebhaber-Tarifen, die deutlich günstiger sind als reguläre Kfz-Versicherungen.

Voraussetzungen für das H-Kennzeichen

Drei Bedingungen müssen erfüllt sein:

  1. Mindestalter 30 Jahre ab Erstzulassung (Stichtagsregel)
  2. Originalzustand: wesentliche Komponenten (Karosserie, Motor, Innenraum) im Original- oder zeitgenössischen Zustand
  3. Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO durch TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS

Das Gutachten kostet etwa 100–150 € und ist bei der Zulassung vorzulegen. Es bestätigt den historisch gepflegten Zustand und ist Voraussetzung für das H-Kennzeichen.

Was kostet eine Oldtimer-Versicherung?

Oldtimer-Tarife sind oft günstiger als reguläre Kfz-Versicherungen — weil Oldtimer-Halter statistisch wenig fahren, sehr pfleglich umgehen und das Fahrzeug meist in der Garage steht.

  • Haftpflicht: ab ca. 80–150 € / Jahr
  • Haftpflicht + Teilkasko (mit Wertgutachten): 150–300 €
  • Vollkasko + Wertgutachten: 200–500 €, je nach Fahrzeugwert

Bei Fahrzeugwerten über 50.000 € (Sammlerwert) lohnt sich oft eine Spezial-Oldtimer-Versicherung mit Allgefahrendeckung — diese kostet mehr, deckt aber nahezu jeden Schadensfall (Restauration nach Unfall, Sturmschaden in der Garage etc.).

Wertgutachten — warum?

Bei Teil- und Vollkasko ist ein Kurzgutachten oder Wertgutachten meist Pflicht — und auch sinnvoll. Es legt den aktuellen Wiederbeschaffungs- oder Marktwert fest. Ohne Gutachten zahlt der Versicherer im Schadensfall nur den „Zeitwert" — bei Oldtimern oft nur ein Bruchteil des realen Sammlerpreises.

  • Kurzgutachten: 30–60 €, gilt für Fahrzeuge bis ca. 25.000 €
  • Vollgutachten: 200–400 €, für höherwertige Fahrzeuge
  • Gilt typisch 2–3 Jahre, dann ist eine Aktualisierung nötig

Beschränkungen der Oldtimer-Tarife

Spezial-Oldtimer-Versicherungen haben oft Bedingungen:

  • Kilometerbegrenzung: typisch 6.000–10.000 km / Jahr
  • Garage-Pflicht: Fahrzeug muss in geschlossener Garage abgestellt werden
  • Nutzung als Zweitfahrzeug: es muss ein Alltagsauto vorhanden sein
  • Mindestalter Fahrer: oft 25 oder 30 Jahre
  • SF-Klasse aus Hauptfahrzeug kann angerechnet werden

Werden diese Bedingungen verletzt (z. B. mehr Kilometer als angegeben), kann der Versicherer im Schadensfall die Leistung kürzen.

Saisonkennzeichen für Oldtimer?

Oldtimer dürfen sowohl ein Saisonkennzeichen bekommen als auch ein H-Kennzeichen — beides geht. Bei Saisonkennzeichen sind 04–10 (April bis Oktober) typisch — perfekt für Oldtimer-Treffen und Sommer-Ausfahrten. Steuer und Versicherung werden dann anteilig berechnet. Mehr dazu im Ratgeber Saisonkennzeichen — Versicherung & Vorteile.

Zulassung des Oldtimers — benötigte Unterlagen

  1. Personalausweis oder Reisepass
  2. eVB-Nummer der neuen Oldtimer-Versicherung — hier sofort erhalten
  3. Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
  4. Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO (Original)
  5. Gültige HU-Bescheinigung (TÜV)
  6. SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer (191,73 €)
  7. Bei Bedarf: bisheriges Kennzeichen (für Umkennzeichnung)

H-Kennzeichen vs. 07er-Kennzeichen

Es gibt eine Alternative: das rote 07er-Kennzeichen für Oldtimer-Sammler mit mehreren Fahrzeugen. Vorteile:

  • Mit einem Kennzeichen für mehrere Oldtimer nutzbar (Wechsel)
  • Nur ein Versicherungs- und Steuer-Beitrag
  • Geeignet für Sammler mit ≥3 historischen Fahrzeugen

Nachteile: nur für gelegentliche Fahrten (Probe-, Überführungs-, Werkstattfahrten), nicht für den Alltag. Genehmigung erfolgt durch die Zulassungsstelle und ist an den Halter gebunden.

Fazit: Spezial-Tarif lohnt sich

Wer einen 30+-Jahre-alten, originalgetreuen Klassiker fährt, sollte unbedingt das H-Kennzeichen mit Spezial-Versicherung wählen — pauschale Kfz-Steuer und günstige Tarife sparen pro Jahr oft mehrere hundert Euro gegenüber regulärer Zulassung. Im Versicherungsvergleich finden Sie spezialisierte Oldtimer-Versicherer und erhalten die eVB-Nummer sofort per SMS oder E-Mail.

Häufige Fragen

Das Fahrzeug muss mindestens 30 Jahre alt sein (gerechnet ab Erstzulassung), sich in einem original- oder zeitgenössisch erhaltenen Zustand befinden und die Oldtimer-Begutachtung nach § 23 StVZO bestehen. Die Begutachtung kostet etwa 100–150 € bei TÜV oder DEKRA.
Spezial-Oldtimer-Tarife beginnen bei rund 80–150 € pro Jahr Haftpflicht — deutlich günstiger als reguläre Kfz-Versicherungen. Mit Vollkasko und Wertgutachten liegen die Beiträge je nach Fahrzeugwert bei 200–500 €/Jahr. Pauschal-Tarife sind möglich bis zu einem Wert von ca. 50.000 €.
Die Kfz-Steuer ist pauschal: 191,73 € pro Jahr für PKW, 46,02 € für Motorräder mit H-Kennzeichen — unabhängig von Hubraum und Schadstoffklasse. Das ist meist deutlich günstiger als die reguläre Kfz-Steuer-Berechnung.
Ja. Wie bei jedem zulassungspflichtigen Fahrzeug benötigt auch der Oldtimer eine eVB-Nummer für die Zulassungsstelle. Die Nummer wird nach Online-Abschluss einer Oldtimer-Versicherung in der Regel sofort per SMS oder E-Mail zugestellt.

Vergleich für Kfz-Versicherungen

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