Typklassen 2026 — Tabelle, Gewinner & Verlierer im Überblick
Lesezeit 7 Min. | aktualisiert am 21.04.2026
Was sind Typklassen?
Die Typklasse ist einer der wichtigsten Faktoren für den Beitrag der KFZ-Versicherung. Sie wird jedes Jahr vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf Basis der Schadenstatistik berechnet und in drei Bereichen ausgewiesen:
- KH (Haftpflicht): 10 bis 25 – Schäden, die das Fahrzeug Dritten zugefügt hat
- TK (Teilkasko): 10 bis 33 – Diebstähle, Glasbruch, Wildunfälle, Naturschäden
- VK (Vollkasko): 10 bis 34 – Selbstverschuldete Schäden, Vandalismus, Reparaturkosten
Je höher die Klasse, desto mehr zahlen Sie. Ein Sprung von KH 18 auf KH 19 bedeutet typischerweise einen Beitragsanstieg von 5–10 % in der Haftpflicht.
Alle Änderungen 2026 im Überblick
Für 2026 wurden durch die Typklassen-Änderungen insgesamt rund 50 Millionen Halter neu eingestuft. Die wichtigsten Änderungen und Trends:
- 13,3 Millionen Autofahrer wurden in der Haftpflicht höher eingestuft – sie zahlen 2026 mehr
- 5,6 Millionen Autofahrer profitieren von einer günstigeren Einstufung
- Über 32 Millionen bleiben unverändert
Wer von einer Höherstufung betroffen ist, sollte das Sonderkündigungsrecht (4 Wochen ab Mitteilung) nutzen und einen KFZ-Versicherungs-Vergleich machen.
Gewinner 2026 – diese Modelle wurden günstiger
Diese Fahrzeuge profitieren 2026 von besseren Typklassen:
- Tesla Model Y – KH von 19 auf 17 (deutlich günstiger in Haftpflicht)
- VW ID.4 / ID.5 – TK von 22 auf 20
- Skoda Enyaq iV – VK von 24 auf 22
- Hyundai Kona Elektro – KH von 16 auf 15
- Renault Zoe – TK von 18 auf 17
- Dacia Sandero – über alle Bereiche stabil günstig
- Fiat 500 – TK von 17 auf 16
Der Trend ist klar: Elektrofahrzeuge der mittleren Preisklasse profitieren von verbesserter Schadenstatistik und gewinnen gegenüber 2025.
Verlierer 2026 – diese Modelle wurden teurer
Auf der anderen Seite hat es viele leistungsstarke Fahrzeuge erwischt:
- BMW X5 / X6 – KH und VK je um 1 bis 2 Klassen höher
- Mercedes GLE – VK von 27 auf 29
- Audi Q7 / Q8 – KH und VK Höherstufung
- Porsche Cayenne – durchgängig teurer
- Range Rover Modelle – Diebstahlhotspot, TK deutlich höher
- Ford Ranger / Mustang – höhere Schadenshäufigkeit
SUVs und PS-starke Fahrzeuge sind die größten Verlierer. Höhere Reparaturkosten, mehr Diebstähle und mehr Schäden treiben die Typklassen nach oben.
Wie wird die Typklasse berechnet?
Der GDV wertet jährlich die Schadensbilanz von rund 30.000 verschiedenen Fahrzeugtypen aus. Für jeden Typ werden über mindestens 3 Jahre folgende Faktoren gemessen:
- Wie häufig hatten Halter dieses Modells Schäden?
- Wie teuer waren diese Schäden im Durchschnitt?
- Wie oft wurden Fahrzeuge dieses Typs gestohlen?
- Wie hoch sind die Reparaturkosten bei typischen Schäden?
Aus diesen Werten wird ein Schadensindex berechnet und das Modell in eine Typklasse eingeordnet. Die Klasse 100 ist der Durchschnitt – Modelle darüber sind teurer, darunter günstiger.
Eigene Typklasse herausfinden
Sie finden Ihre Typklasse auf zwei Wegen:
- Versicherungspolice: Die aktuelle Typklasse steht auf Ihrer letzten Beitragsrechnung
- HSN/TSN-Abfrage: Die Hersteller- und Typschlüsselnummern (Felder 2.1 und 2.2 im Fahrzeugschein) können online beim GDV abgefragt werden
Was tun bei Höherstufung?
Wenn Ihr Versicherer Ihnen eine Beitragserhöhung wegen einer Typklassen-Änderung mitteilt, haben Sie folgende Möglichkeiten:
- Sonderkündigungsrecht: 4 Wochen Zeit zum Wechsel ab Eingang der Mitteilung
- KFZ-Vergleich: Andere Versicherer haben oft günstigere Tarife für Ihr Modell
- Tarif-Optimierung: Werkstattbindung, Garagenparker-Rabatt oder höhere Selbstbeteiligung kompensieren die Erhöhung
- Nichts tun: Sinnvoll, wenn Vergleich keinen günstigeren Anbieter ergibt
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Typklassen-Tipp beim Autokauf
Vor dem Kauf eines neuen Fahrzeugs sollten Sie die Typklassen prüfen. Bei zwei vergleichbaren Modellen kann der Beitragsunterschied über die Haltedauer schnell 1.000 bis 3.000 € ausmachen. Besonders bei Vollkasko-pflichtigen Neuwagen oder Leasingfahrzeugen ist die Typklasse ein entscheidender Kostenfaktor.
Häufige Fragen
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